Konzert Mai 2014


Jean Sibelius
Karelia-Ouvertüre, op. 10 (1892)

Henryk Wieniawski
Konzert für Violine und Orchester Nr.1
Fis-moll, op. 14 (1853)

Allegro moderato
Preghiera: Larghetto
Rondo: Allegro giocoso

Violine Tamás Füzesi

Antonin Dvorák
Sinfonie Nr. 6 D-Dur,  op. 60 (1880)

Allegro non tanto
Adagio
Scherzo: Furiant
Finale: Allegro con spirito

 


Pressestimmen

SWP | Orchesterverein malt romantische Klangbilder

Virtuoses Spiel und großes Gefühl: Das Sinfonieorchester des Orchestervereins Ulm/Neu-Ulm bot beim Frühjahrskonzert ein anspruchsvolles Programm.

VERENA WESTPHAL |

Die Landschaft der Liebhaberorchester ist nach wie vor groß und lebendig, Spielfreude und das Kennenlernen bedeutender Werke sind wohl die Motive. Dazu kommt das Erlebnis, Teil eines Klangkörpers zu werden und eine musikalische Gesamtheit zu erleben, die aus der Einsamkeit des Übens in eine neue klangliche Dimension führt.

Mit einem anspruchsvollen romantischen Programm gestaltete das Sinfonieorchester des Orchestervereins Ulm/Neu-Ulm e.V. unter Leitung von Michael Eberhardt am Samstag sein Frühjahrskonzert im Edwin-Scharff-Haus Neu-Ulm. Die Zuhörer erlebten große romantische Gefühle und virtuoses Spiel.

Der finnische Komponist Jean Sibelius zeigt in der Karelia-Ouvertüre op. 10 durchaus raue Elemente, die Aufführung ließ dem volkstümlichen Wesen der Komposition Raum und beeindruckte mit nordisch-romantischer Grundstimmung.

Mit Tamás Füzesi als Solist und dem Konzert für Violine und Orchester in fis-Moll von Henryk Wieniawski, op. 14 stand ein spannendes Werk auf dem Programm. Wieniawski, der der bedeutendste Violinvirtuose seiner Zeit war, brachte darin so ziemlich alles unter, was eine Geige bieten kann: abenteuerliche Läufe über höchste Lagen, Flageolett-Töne, Akkorde und Stakkato.

Füzesi, 1. Konzertmeister des Philharmonischen Orchesters der Stadt Ulm, ging das mit Lockerheit und sauberer Artikulation an, im ersten Satz gelang ihm trotz technischer Höchstleistung eine schöne musikalische Erzählung. Tonlich hätte man sich in dem herrlich gebetshaften Larghetto mehr Schmelz und Süße gewünscht, das Orchester gewährte dem Solisten nicht den nötigen Klangraum. Das scherzhafte Rondo ging bravourös über die Bühne. In der Zugabe zeigte Füzesi einmal mehr seine Spielfreude, und beim ungarischen Tanz von Brahms hatte er ein Lächeln auf den Lippen.

Mit der 6. Sinfonie von Dvorak in D-Dur op. 60 wagte sich Eberhardt an ein bedeutendes Werk. Seine Interpretation nahm mit in die romantische Welt einer böhmischen Landschaft, entwarf lyrische Stimmungen, ruhig fließende Klangbilder und scheute sich nicht vor wilden Tanzmotiven. Mit Konzertmeister Stefan P. Hatvani gelang eine ansprechende, selbst in den komplizierten Fugenthemen sichere Aufführung.