Konzert November 2013


Richard Wagner
Ouvertüre „Christoph Columbus“ (1835)

Robert Schumann
Konzert für Klavier und Orchester a-moll,
op. 54 (1841 –  45)

Allegro affettuoso – Andante espressivo
Intermezzo. Andantino – attaca:
Allegro vivace

Klavier Dr. Michael Vogelpohl

Edvard Grieg
Lyrische Suite op. 54 (1891/1904)

Hirtenknabe
Norwegischer Bauernmarsch
Notturno
Zug der Zwerge

Edward Elgar
Pomp and Circumstance,
Military Marches, op. 39 (1901)

No. 2 – a-moll, Allegro molto
No. 3 – c-moll, Con fuoco – Cantabile –
Con fuoco

 


Pressestimmen

SWP | Orchesterverein: Viel gewagt, viel gewonnen

Der Orchesterverein im vollen Kornhaus mit Wagner, Grieg, Elgar und Schumanns Klavierkonzert. Der gefeierte Solist war Michael Vogelpohl.

CHRISTA KANAND |

Mit dem Anspruch wächst das Leistungsvermögen? Die Rechnung ging auf. Dirigent Michael Eberhardt hatte großartige Werke einstudiert, darunter auch als Hommage an Wagner, dessen 200. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird, die wuchtig-imposante Ouvertüre „Christoph Columbus“. Große Romantik also im fast ausverkauften Kornhaus beim Herbstkonzert des sichtbar hochmotivierten Orchestervereins Ulm/Neu-Ulm, der an gut 60 Pulten mit Laien- und Berufsmusikern besetzt ist. Es wurde unter Eberhardts sachkundiger Leitung viel gewagt, aber alles gewonnen.

Was fehlte? Standing Ovations. Sonst oft inflationär gebraucht, wären sie nach dem a-Moll-Klavierkonzert op. 54, das für Robert Schumann 1845 den Durchbruch als Komponist bedeutete, mit Michael Vogelpohl als Solist angebracht gewesen. In dem sehnsuchtsvoll-poetischen 30-minütigen Meisterwerk, das mit seiner markanten Auftakt-Kaskade, den Piano-Akkorden und dem innigen Thema der Holzbläser großen Wiedererkennungswert hat, offenbarte Vogelpohl sein pianistisches Ich – nicht als Tastenlöwe, sondern ganz im Dienst der Musik. Wunderbar gelang die ausgewogene Verzahnung, selbst in heiklen Rhythmus-Passagen zwischen Klavierstimme und Orchester, das mit rundem Streicherschmelz nie zum bloßen Begleitapparat degradiert war.

Fast ständig im Einsatz, meisterte Vogelpohl auswendig mal in donnernder Akkordik, mal in rasanten Spielfiguren oder im Dialog mit beseelten Bläser-Soli mit überragender Gestaltungsfähigkeit und technisch-virtuoser Brillanz seinen hochromantisch betörenden Part.

Mit Harfenzauber, Schlagwerker-Akzenten und tonmalerischer Farbigkeit ließ Eberhardt das Orchester Griegs selten zu hörende viersätzige „Lyrische Suite“ im norwegischen Kolorit aus ihrem Schattendasein befreien: klangschwelgerisch der „Notturno“-Satz, hurtig trippelnd die Streicherpizzicati beim „Zug der Zwerge“. Eine Lanze wurde auch für Edgar Elgars wenig bekannte Military Marches No. 2 und 3 aus „Pomp and Circumstance“ gebrochen. Langen Applaus belohnte dann schmissig der populäre erste Marsch, die heimliche britische Nationalhymne.

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